Wissen liegt in SharePoint, Confluence, Netzlaufwerken, E-Mails und Ticketsystemen. Jedes System hat eine eigene Suche, keine kennt die anderen. Eine Enterprise Search Software legt eine gemeinsame Suche über alle diese Quellen und liefert heute oft auch Antworten mit Quellenangabe. Was Enterprise Search grundsätzlich ist und wie sie funktioniert, erklären wir im Grundlagenartikel Was ist Enterprise Search?.
Dieser Guide geht einen Schritt weiter: Er zeigt, was eine Lösung leisten muss, vergleicht sechs bekannte Enterprise Search Anbieter anhand ihrer eigenen Angaben und hilft dir bei Auswahl, Einkauf und Sicherheitsfragen.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Suche für alle Systeme: Enterprise Search Software verbindet Datenquellen über Konnektoren, baut einen Suchindex auf und zeigt jeder Person nur, was sie sehen darf.
- Antworten statt Trefferlisten: Moderne Enterprise Search Tools kombinieren Volltextsuche, semantische Suche und generative KI. Gute Lösungen nennen dabei immer die Quelle.
- Anbieter sind sehr verschieden: Manche liefern eine fertige Anwendung für Mitarbeitende, andere eine Plattform, auf der deine IT eine eigene Suche baut. Das ist die wichtigste Unterscheidung im Vergleich.
- Sicherheit entscheidet mit: Rechteübernahme, Datenstandort, Zertifikate wie ISO 27001 und der Umgang mit Trainingsdaten gehören auf jede Auswahlliste.
- Testen schlägt Datenblätter: Ein Pilot mit echten Daten und echten Fragen zeigt schneller als jede Präsentation, ob eine Lösung passt.
Was eine Enterprise Search Software leisten muss
Eine Enterprise Search Software macht internes Wissen über Systemgrenzen hinweg auffindbar. Sie ersetzt keine bestehenden Anwendungen, sondern liegt als Suchschicht darüber: Dokumente bleiben in SharePoint, Tickets in Jira, Verträge im DMS. Wie Konnektoren, Index und Berechtigungen im Detail zusammenspielen, beschreibt der Grundlagenartikel zur Enterprise Search.
Der Bedarf ist in fast jedem Unternehmen ähnlich. Laut einer Studie des McKinsey Global Institute aus dem Jahr 2012 verbringen Wissensarbeitende fast 20 Prozent ihrer Arbeitswoche damit, interne Informationen zu suchen oder Kolleginnen und Kollegen zu finden, die weiterhelfen. Dazu kommen Datensilos, Doppelarbeit und Know-how, das mit dem Ruhestand erfahrener Mitarbeitender verloren geht.

Die Kernfunktionen im Überblick
Unabhängig vom Anbieter sollte eine Lösung diese Funktionen mitbringen:
- Suche in natürlicher Sprache: Mitarbeitende stellen Fragen so, wie sie sie einer Kollegin stellen würden. Keine Suchoperatoren, keine exakten Dateinamen.
- Hybride Suche: Die Kombination aus Volltextsuche (exakte Begriffe, Artikelnummern) und semantischer Suche (Bedeutung, Synonyme, andere Sprachen) liefert die besten Ergebnisse.
- Antworten mit Quellen: Per Retrieval Augmented Generation formuliert ein Sprachmodell eine Antwort auf Basis der gefundenen Dokumente und verlinkt die Fundstellen.
- Rechteübernahme: Die Software übernimmt die Zugriffsrechte der Quellsysteme. Wer ein Dokument in SharePoint nicht öffnen darf, sieht es auch in den Suchergebnissen nicht.
- Integration in den Arbeitsalltag: Die Suche steht dort zur Verfügung, wo gearbeitet wird, zum Beispiel in Microsoft Teams, im Browser oder in Outlook.
- Auswertungen: Suchtrends, Nutzung und Feedback zeigen, wo Wissen fehlt und wo die Ergebnisse besser werden müssen.

Intranet, Dateisuche oder Enterprise Search?
Bei der Auswahl kommt fast immer die Frage nach dem Intranet auf. Beide Lösungen haben einen anderen Zweck:
- Intranet: Ein Ort, an dem Mitarbeitende Neuigkeiten, Richtlinien und ausgewählte Informationen finden. Intranets werden redaktionell gepflegt und sind deshalb selten vollständig aktuell. Das operative Wissen liegt weiter in Projektordnern, E-Mails und Tickets. Aus Sicht der IT ist ein Intranet damit ein weiteres Datensilo.
- Enterprise Search Software: Eine Suchschicht über allen angebundenen Systemen. Man lädt keine Inhalte hoch, die Software holt sie aus den Quellen und hält sie aktuell. Sie ist damit keine neue Ablage, sondern ein zentraler Zugang zu den vorhandenen und ein Baustein für modernes Wissensmanagement.
Auch die eingebaute Suche einzelner Systeme, etwa die Dateisuche im Netzlaufwerk oder die SharePoint-Suche, bleibt auf ein System beschränkt. Erst eine Unternehmenssuche über alle Quellen zeigt, was im Unternehmen tatsächlich vorhanden ist. Wie du das Beste aus der Microsoft-Suche herausholst, zeigt unser Beitrag SharePoint-Suche optimieren.

Enterprise Search Anbieter im Vergleich
Der Markt für Enterprise Search Lösungen ist breit. Wir vergleichen hier sechs Anbieter, die in Auswahlprojekten häufig genannt werden: Elasticsearch, Splunk, Microsoft Azure AI Search, Glean, Coveo und unser eigenes Produkt amberSearch. Alle Angaben stammen von den Webseiten und Dokumentationen der Hersteller, Stand 05.11.2026. Funktionen und Angebote ändern sich schnell, prüfe die Details deshalb vor einer Entscheidung beim jeweiligen Anbieter. Preise nennen wir nicht, weil sie von Nutzerzahl, Datenmenge und Vertrag abhängen.
Die wichtigste Unterscheidung: Ist das Produkt eine fertige Anwendung für Mitarbeitende oder eine Plattform, auf der Entwicklerteams eigene Such- und KI-Anwendungen bauen?
| Anbieter | Art der Lösung | Betrieb und Datenstandort | Such- und KI-Funktionen | Anbindung von Quellen | Berechtigungen | Schwerpunkt laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Elasticsearch (Elastic) | Plattform: Such- und Analyse-Engine, Quellcode unter anderem unter der Open-Source-Lizenz AGPLv3 | selbst betrieben (lokal, Kubernetes) oder Elastic Cloud auf AWS, Google Cloud und Azure | Vektorsuche, semantische und hybride Suche, Reranking, RAG, Agent Builder | über 350 Integrationen und Konnektoren | abhängig von der eigenen Umsetzung | Entwicklerteams, die eigene Suchanwendungen bauen |
| Splunk (Cisco) | Plattform für Security und Observability | Splunk Cloud Platform, in Europa unter anderem Frankfurt, Dublin, Paris und London | KI-gestützte Datenplattform für Security und Observability | auf den geprüften Seiten nicht im Fokus | auf den geprüften Seiten nicht beschrieben | Security-, IT- und Engineering-Teams |
| Microsoft Azure AI Search | Plattform: verwalteter Cloud-Dienst für Suche und RAG, Grundlage von Foundry IQ | Azure-Cloud, Region wählbar, in Europa unter anderem Germany West Central, West Europe und Switzerland North | Volltext-, Vektor-, hybride und multimodale Suche, Agentic Retrieval | Indexer unter anderem für Azure Blob Storage, Cosmos DB, SharePoint, OneLake | Microsoft Entra ID, Zugriffskontrolle auf Dokumentebene | Entwicklerteams im Azure-Umfeld |
| Glean | fertige Anwendung: Plattform für Suche, Assistent und Agenten | Multi-Cloud, Datenstandort auf den geprüften Seiten nicht genannt | Suche, KI-Assistent, Agenten, Auswahl aus über 40 Sprachmodellen | über 275 Konnektoren | Rechte der Quellsysteme werden übernommen; ISO 27001, SOC 2 Type II, ISO 42001 | KI-Plattform für die Arbeit mit Unternehmenswissen |
| Coveo | Plattform für KI-Suche und Relevanz | Datenresidenz in Europa über die Region Irland möglich | KI-Suche, Empfehlungen, generative Antworten | über 100 Inhaltsquellen | auf den geprüften Seiten nicht beschrieben; ISO 27001, SOC 2 | Commerce, Service, Website und Workplace |
| amberSearch (amber) | fertige Anwendung: KI-Suche mit Antwortschicht | T Cloud-Rechenzentren in Deutschland und der EU | hybride Suche (Keyword, semantisch, Vektor), Antworten mit Quellenverweis, mehrere Sprachmodelle | über 70 Konnektoren | Rechte der Quellsysteme werden übernommen; ISO 27001 | Unternehmen im Mittelstand |
Elasticsearch: Open-Source-Basis für eigene Suchanwendungen
Elastic beschreibt Elasticsearch als verteilte Such- und Analyse-Engine für strukturierte, unstrukturierte und Vektordaten. Für KI-Anwendungen bringt die Engine Vektorsuche, semantische und hybride Suche, Reranking sowie Bausteine für RAG und Agenten mit. Laut Lizenz-FAQ von Elastic steht der Quellcode unter den Lizenzen AGPLv3, SSPL und Elastic License 2.0; die AGPLv3 ist eine von der OSI anerkannte Open-Source-Lizenz. Betreiben lässt sich Elasticsearch selbst oder als Elastic Cloud.
Wichtig für die Auswahl: Elasticsearch ist ein Baukasten. Die frühere fertige Arbeitsplatzsuche Workplace Search hat Elastic mit Version 9.0 abgekündigt und empfiehlt, direkt auf Elasticsearch aufzubauen (Elastic Enterprise Search FAQ). Suchoberfläche, Rechtekonzept und Konnektor-Logik baut also dein eigenes Team oder ein Dienstleister. Das passt zu Unternehmen mit eigener Entwicklungskapazität, die volle Kontrolle wollen.
Splunk: Spezialist für Security und Observability
Splunk gehört heute zu Cisco und positioniert sich als Plattform, die Security und Observability zusammenbringt. Zielgruppen sind laut Hersteller SecOps-, ITOps- und Engineering-Teams, die Systeme schützen und Störungen schnell beheben wollen. Splunk Cloud Platform ist laut Service-Beschreibung in mehreren europäischen Regionen verfügbar, unter anderem Frankfurt.
Für die Auswahl heißt das: Splunk ist naheliegend, wenn es um Sicherheits- und Betriebsdaten geht. Eine Wissenssuche für alle Mitarbeitenden in Dokumenten, E-Mails und Wikis steht auf den geprüften Herstellerseiten nicht im Mittelpunkt. Wer beides braucht, plant in der Regel zwei Werkzeuge ein.
Microsoft Azure AI Search: Suchdienst für Entwickler im Azure-Umfeld
Microsoft beschreibt Azure AI Search als vollständig verwalteten Cloud-Dienst, der Unternehmensdaten mit KI verbindet. Er bietet klassische Suche und Agentic Retrieval für RAG-Szenarien, Volltext-, Vektor-, hybride und multimodale Abfragen und Indexer für Quellen wie Azure Blob Storage, Cosmos DB, SharePoint und OneLake. Zugriffskontrolle läuft über Microsoft Entra ID, auch auf Dokumentebene. Der Dienst ist zugleich Grundlage von Foundry IQ, der Wissensschicht für Agenten in Microsoft Foundry.
Beim Datenstandort wählst du die Region selbst. Laut Übersicht der unterstützten Regionen gibt es in Europa unter anderem Germany West Central, West Europe, North Europe, France Central und Switzerland North; einzelne Funktionen sind nicht in jeder Region verfügbar. Azure AI Search ist ein Entwicklerdienst, gesteuert über Portal, REST-API und SDKs. Die Suchanwendung für Mitarbeitende entsteht also im eigenen Projekt.
Glean: KI-Plattform für Suche, Assistent und Agenten
Glean versteht sich als Enterprise-AI-Plattform, die Suche, einen persönlichen KI-Assistenten und Agenten verbindet. Laut Hersteller stehen über 275 Konnektoren bereit, und Berechtigungen der Quellsysteme werden übernommen und in Echtzeit synchronisiert. Die Sicherheitsseite nennt unter anderem ISO 27001, ISO 42001 und SOC 2 Type II. Glean wählt je Aufgabe aus über 40 Sprachmodellen und bietet APIs für eigene Erweiterungen.
Den Datenstandort nennen die geprüften Seiten nicht. Wenn Hosting in der EU für dich ein Muss ist, kläre das im Gespräch mit dem Anbieter.
Coveo: KI-Relevanz für Kundenkontakt und Arbeitsplatz
Coveo beschreibt sich als AI-Relevance-Plattform für Suche, Empfehlungen und agentische Anwendungen. Einsatzbereiche sind Commerce, Service, Website und Workplace, also Kundenkontakt ebenso wie interne Suche. Coveo nennt über 100 anbindbare Inhaltsquellen, generative Antworten auf Basis eines einheitlichen Index sowie die Zertifizierungen ISO 27001 und SOC 2. Für Datenresidenz in Europa bietet Coveo laut Dokumentation die Region Irland an.
Coveo ist damit besonders interessant, wenn Kundenportal, Onlineshop und interne Suche auf einer gemeinsamen Plattform laufen sollen.
amberSearch: KI-Suche für den Mittelstand
amberSearch ist unser eigenes Produkt, deshalb hier nur belegte Fakten. amberSearch durchsucht über 70 angebundene Quellen mit einer Anfrage und kombiniert Keyword-, semantische und Vektorsuche. Eine KI-Antwortschicht verweist immer auf die Stelle im Dokument, aus der die Antwort stammt. Die Berechtigungen aus Systemen wie SharePoint, Confluence oder Netzlaufwerken werden übernommen. Mitarbeitende nutzen die Suche im Web, über eine Teams-App, ein Outlook-Add-in oder eine Chrome-Erweiterung (Faktenseite).
Zu Sicherheit und Datenschutz: Plattform und Index laufen in T Cloud-Rechenzentren in Deutschland und der EU, amber betreibt ein nach ISO 27001 auditiertes ISMS, und das Produkt ist darauf ausgelegt, die Anforderungen des EU AI Act zu erfüllen (Sicherheit bei amber). Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Die Lösung lässt sich 30 Tage kostenlos testen.
Welche Art von Lösung passt zu dir?
- Du hast ein eigenes Entwicklerteam und willst eine maßgeschneiderte Suche, etwa in einer Kundenanwendung: Plattformen wie Elasticsearch oder Azure AI Search geben dir die Bausteine.
- Dein Schwerpunkt sind Logs und Sicherheitsdaten: Hier ist Splunk das passende Werkzeug.
- Du willst Suche über Kundenportal, Shop und Intranet verbinden: Coveo deckt diese Kombination ab.
- Du willst eine fertige Wissenssuche für alle Mitarbeitenden, die bestehende Systeme anbindet und Rechte übernimmt: Dann vergleichst du Anwendungen wie Glean und amberSearch, mit Blick auf Konnektoren, Datenstandort und Betreuung.
Auswahlkriterien: worauf du achten solltest
Welche der Enterprise Search Lösungen zu dir passt, hängt weniger von Funktionslisten ab als von deinen Systemen, deinen Daten und deinen Anforderungen an Sicherheit. Prüfe in jedem Fall Benutzerfreundlichkeit, KI-Funktionen, Integration in deine Systeme, Sicherheit und Berechtigungen, Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und die Frage, ob die Suche im Arbeitsalltag dort auftaucht, wo deine Teams arbeiten. Alle Kriterien mit Prüffragen für das Anbieter-Gespräch findest du in unserer Checkliste zur Auswahl einer Enterprise Search.
Die wichtigsten Punkte als Kurzübersicht:
| Kriterium | Warum es zählt | So prüfst du es |
|---|---|---|
| Antwortqualität | Mitarbeitende wollen Antworten, keine Dokumentenlisten | Pilot mit echten Fragen aus deinem Alltag |
| Konnektoren | Ohne Anbindung deiner Systeme bleibt Wissen unsichtbar | Konnektorliste mit deiner Systemlandschaft abgleichen |
| Rechteübernahme | Schützt vertrauliche Inhalte | Testsuche mit Konten aus verschiedenen Abteilungen |
| Datenstandort und Zertifikate | DSGVO und interne Vorgaben | Rechenzentrumsstandort, ISO 27001, Auftragsverarbeitungsvertrag anfordern |
| Mehrsprachigkeit | Internationale Teams suchen in ihrer Sprache | Dokumente in mehreren Sprachen testen |
| Support und Betreuung | Entscheidet über die Nutzung nach dem Start | Ansprechpartner, Reaktionszeiten und Onboarding klären |
Cloud oder On-Premise
Die Betriebsform beeinflusst Aufwand, Kosten und Kontrolle:
| Aspekt | Cloud | On-Premise |
|---|---|---|
| Start | in Wochen | meist in Monaten |
| IT-Aufwand | niedrig | hoch |
| Laufende Kosten | planbar | abhängig von Betrieb und Personal |
| Kontrolle über die Infrastruktur | beim Anbieter | vollständig im eigenen Haus |
| Skalierung | einfach | aufwendig |
| Sicherheit und Compliance | abhängig vom Anbieter und Vertrag | in eigener Verantwortung |
Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist eine Cloud-Lösung der schnellere Weg, vorausgesetzt Datenstandort, Zertifikate und Vertrag passen zu deinen Anforderungen.
Integrationen und Konnektoren
Eine Enterprise Search ist nur so gut wie ihre Anbindung an deine Systeme. Technisch gibt es drei Grundprinzipien:
- Föderierte Suche: Die Software reicht die Suchanfrage an die Suchfunktionen der angebundenen Systeme weiter und führt die Ergebnisse zusammen. Das geht schnell, die Qualität hängt aber von der schwächsten Einzelsuche ab.
- Keyword-basierter Index: Die Software baut einen eigenen Suchindex und bewertet Treffer nach Häufigkeit und Position der Suchbegriffe, oft ergänzt um Sprachverarbeitung.
- Semantische Suche: Ein Sprachmodell erfasst die Bedeutung von Texten und legt sie in einem Vektorindex ab. So findet die Suche auch Inhalte, die andere Wörter verwenden. Das liefert meist die besten Ergebnisse, braucht aber auch die meiste Rechenleistung.
Die Unterschiede im Detail erklärt unser Beitrag Federated vs. Keyword vs. intelligente Suche. Moderne Lösungen kombinieren meist Index und semantische Suche zu einer hybriden Suche.
Damit die Suche funktioniert, braucht es für jedes System einen Konnektor, der Inhalte und Zugriffsrechte ausliest. Typische Quellen sind:
- Microsoft 365: SharePoint, OneDrive, Teams, Outlook und Exchange
- Google Workspace: Google Drive und Gmail
- Wissens- und Projektwerkzeuge: Confluence, Jira, Wikis
- Ablagen: Netzlaufwerke und Dateiserver, Dokumentenmanagementsysteme
- Geschäftsanwendungen: CRM wie Salesforce oder HubSpot, ERP und Branchensoftware
- Dateiformate: Word, PDF, PowerPoint, Excel, E-Mails, eingescannte Dokumente mit Texterkennung
Nicht jede Lösung unterstützt jedes System. Gleiche die Konnektorliste deshalb vor der Auswahl mit deiner Systemlandschaft ab und frage nach, wie Spezialsysteme angebunden werden, zum Beispiel per API.
Genauso wichtig ist die andere Richtung, das Frontend: Eine Suche, die nur in einer eigenen Webanwendung läuft, wird seltener genutzt als eine, die in Teams, im Browser oder im Intranet erscheint.
Sicherheit, DSGVO und EU AI Act
Eine Enterprise Search sieht potenziell alles, was im Unternehmen gespeichert ist. Sicherheit ist deshalb kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung. Diese Punkte solltest du bei jedem Anbieter klären:
- ISO 27001: Der internationale Standard für Informationssicherheit. Eine Zertifizierung bedeutet, dass das Sicherheitsmanagement des Anbieters regelmäßig unabhängig auditiert wird. Frag nach dem Geltungsbereich des Zertifikats.
- DSGVO: Kläre, wo Daten gespeichert und verarbeitet werden, wer darauf zugreifen kann, wie Daten gelöscht werden und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt. Mehr dazu in unserem Beitrag zur DSGVO-konformen Unternehmens-KI.
- EU AI Act: Die KI-Verordnung der EU stellt Anforderungen an Transparenz und menschliche Aufsicht. Frag nach, wie der Anbieter sie umsetzt.
- Kein Training mit deinen Daten: Mit RAG muss kein Modell auf deine Inhalte trainiert werden. Lass dir schriftlich bestätigen, dass deine Daten nicht in das Training von Modellen einfließen, auch nicht bei Drittanbietern.
- Rechteübernahme und Audit-Logs: Die Suche muss Zugriffsrechte aus den Quellsystemen übernehmen und protokollieren, wer wann auf welche Inhalte zugegriffen hat.
Warnsignal: Ein Anbieter kann nicht klar sagen, wo deine Daten liegen und welche Modelle sie verarbeiten.
Einkauf: Make or Buy, Kosten und Testphase
Selbst bauen oder kaufen?
Vor dem Einkauf steht die Entscheidung zwischen Make or Buy. Ein erster Prototyp auf Basis einer Plattform wie Elasticsearch oder Azure AI Search ist oft schnell gebaut. Aufwendig wird es danach: Konnektoren pflegen, Rechte synchronisieren, Antwortqualität verbessern, Betrieb, Support und Weiterentwicklung. Wer kein eigenes Team dafür einplanen will, fährt mit einer Standardlösung meist günstiger und schneller.
Was die Kosten bestimmt
Die Kosten einer Enterprise Search Software hängen vor allem von der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, der Datenmenge, den benötigten Konnektoren, der Betriebsform und dem Umfang der KI-Funktionen ab. Bei Plattformen kommen Infrastruktur und Entwicklungszeit hinzu. Vergleiche deshalb nicht nur Lizenzpreise, sondern die Gesamtkosten über mehrere Jahre. Die Preise für amberSearch findest du auf unserer Preisseite.
Rechnet sich das?
Der Nutzen ergibt sich vor allem aus eingesparter Suchzeit, schnellerer Einarbeitung und weniger Rückfragen an Fachleute. Wie du das mit eigenen Zahlen durchrechnest, zeigt unser Leitfaden zur Berechnung des Business Case für eine Enterprise Search. Für eine schnelle Schätzung gibt es den ROI-Rechner.
Pilot statt Präsentation
Teste deine Favoriten mit echten Daten. Wähle einen klaren Anwendungsfall, zum Beispiel Service, Vertrieb oder Entwicklung, binde die wichtigsten Systeme an und lass Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen ihre echten Fragen stellen. Miss vorher und nachher, wie lange die Suche dauert und wie oft die Lösung genutzt wird.
Einführung in Kürze
Ist die Entscheidung gefallen, verläuft die Einführung meist in drei Phasen: technisches Setup mit Anbindung der Systeme und des Identity Providers, Indexierung der Daten zusammen mit einem Workshop für ausgewählte Key-User und schließlich der Rollout mit kurzem Onboarding für alle. Wie lange die Phasen dauern, welche Ressourcen du brauchst und wie du die Nutzung im Alltag verankerst, beschreibt unser Leitfaden zur Einführung einer Enterprise Search.
Drei Entwicklungen, die die Auswahl verändern
- Antworten werden Standard: Fast alle Anbieter ergänzen ihre Suche um generative KI. Die Frage ist nicht mehr, ob es KI-Antworten gibt, sondern wie zuverlässig und nachvollziehbar sie sind. Warum eine Enterprise Search die beste Grundlage für KI im Unternehmen ist, zeigt unser Beitrag Enterprise Search als Grundlage für KI-Systeme.
- Von der Suche zu KI-Agenten: Mehrere Hersteller, darunter Elastic, Microsoft und Glean, bauen Funktionen für Agenten, die nicht nur antworten, sondern Aufgaben erledigen. Grundlage bleibt eine Suche, die Rechte und Quellen kennt.
- Compliance wird Auswahlkriterium: DSGVO und EU AI Act machen Datenstandort, Transparenz und Protokollierung zu harten Anforderungen, gerade für europäische Unternehmen.
Häufige Fragen
Was ist eine Enterprise Search Software?
Eine Enterprise Search Software ist eine Anwendung, die Inhalte aus vielen Systemen eines Unternehmens durchsuchbar macht, etwa SharePoint, Confluence, Netzlaufwerke und E-Mails. Sie übernimmt die Zugriffsrechte der Quellen und liefert heute oft auch KI-Antworten mit Quellenangabe.
Welche Enterprise Search Tools gibt es?
Es gibt Plattformen für Entwicklerteams, etwa Elasticsearch oder Microsoft Azure AI Search, und fertige Anwendungen für Mitarbeitende, etwa Glean oder amberSearch. Dazu kommen Anbieter mit eigenem Schwerpunkt, zum Beispiel Splunk für Security und Observability und Coveo für Suche im Kundenkontakt. Der Vergleich oben zeigt die Unterschiede.
Ist die Suche mit amberSearch DSGVO-konform?
amberSearch ist DSGVO-konform und nach ISO 27001 zertifiziert. Plattform und Index laufen in Rechenzentren in Deutschland und der EU, und Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Details stehen auf unserer Seite zur Sicherheit.
Welche Systeme und Datenquellen können angebunden werden?
amberSearch bietet über 70 Konnektoren, unter anderem für Microsoft 365, SharePoint, Confluence, Jira, Salesforce und Netzlaufwerke. Die vollständige Liste findest du in der Übersicht der Konnektoren.
Wie unterscheidet sich amberSearch von Open-Source-Lösungen wie Elasticsearch?
Elasticsearch ist eine Such-Engine, auf der Entwicklerteams eigene Anwendungen bauen. Oberfläche, Konnektoren und Rechtekonzept entstehen im eigenen Projekt. amberSearch ist eine fertige Anwendung, die Systeme über Standardkonnektoren anbindet, Rechte übernimmt und Antworten mit Quellen liefert. Wer volle technische Kontrolle und eigene Kapazität hat, ist mit Elasticsearch gut bedient; wer schnell eine Wissenssuche für alle braucht, mit einer fertigen Lösung.
Werden meine Daten zum Training von KI-Modellen verwendet?
Bei amberSearch nicht. Die Antworten entstehen per Retrieval Augmented Generation: Das Sprachmodell bekommt nur die Frage und die passenden Textstellen, trainiert wird es damit nicht. Bei anderen Anbietern solltest du diese Frage vertraglich klären.
Was kostet eine Enterprise Search?
Das hängt von Nutzerzahl, Datenmenge, Konnektoren, Betriebsform und KI-Umfang ab. Bei Open-Source-Plattformen fallen keine Lizenzkosten für den Kern an, dafür Kosten für Infrastruktur, Entwicklung und Betrieb. Frag bei jedem Anbieter ein Angebot für deinen konkreten Fall an. Die Preise für amberSearch stehen auf der Preisseite.
amberSearch kostenlos testen
Du willst sehen, wie eine Enterprise Search mit deinen eigenen Daten funktioniert? Mehr zum Produkt findest du auf der Seite zu amberSearch. Du kannst amberSearch 30 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte, oder dir die Lösung in einer persönlichen Demo zeigen lassen.
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Weitere Beiträge rund um das Thema findest du in der Themenübersicht Enterprise Search.
